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Kategorie Technische Dokumentation

Technische-Dokumentation Anforderungen

Technische Dokumentation muss klare Anforderungen erfüllen – der Vergleich zeigt, wann eine interne Stelle sinnvoll ist und wann ein Dienstleister.

Technische-Dokumentation Anforderungen

Technische Dokumentation muss drei Arten von Anforderungen gleichzeitig erfüllen: gesetzliche Vorgaben, normative Standards und inhaltliche Qualitätskriterien, die sicherstellen, dass Nutzer ein Produkt sicher und richtig bedienen können. Wer diese Anforderungen im eigenen Unternehmen abdecken will, steht meist vor einer Grundsatzfrage: eine eigene Stelle schaffen oder einen externen Dienstleister beauftragen? Dieser Artikel ordnet die konkreten Anforderungen und vergleicht beide Wege danach, für wen sie tatsächlich passen.

Gesetzliche und normative Anforderungen im Überblick

In Deutschland und der EU ist technische Dokumentation für viele Produktgruppen keine Kür, sondern Pflicht. Wer Maschinen, Geräte oder medizintechnische Produkte in Verkehr bringt, muss dies über das Produkthaftungsgesetz und produktspezifische Richtlinien wie die Maschinenverordnung oder die Medizinprodukteverordnung nachweisen können. Fehlt eine ausreichende Anleitung oder ist sie fehlerhaft, haftet der Hersteller im Schadensfall unabhängig davon, ob das Produkt selbst mangelfrei war.

Auf normativer Ebene gibt die Reihe DIN EN IEC/IEEE 82079-1 den Rahmen vor, wie Gebrauchsanleitungen aufgebaut, formuliert und geprüft werden sollen. Sie ist keine gesetzliche Pflicht, wird aber von Behörden, Gerichten und Marktüberwachung als anerkannter Stand der Technik herangezogen. Branchen mit besonderen Risiken – Medizintechnik, Bauwesen, Elektrogeräte – kommen zusätzlich mit eigenen Fachnormen in Berührung, etwa zu Risikomanagement oder Kennzeichnungspflichten.

Für die CE-Kennzeichnung ist die technische Dokumentation außerdem Teil der sogenannten technischen Unterlagen, die Behörden auf Verlangen vorgelegt werden müssen. Wer diese Unterlagen nicht vollständig oder nicht in der jeweils vorgeschriebenen Sprache bereithält, riskiert Vertriebsverbote, Rückrufe und Bußgelder. Diese rechtliche Tragweite ist der Grund, warum Unternehmen die Frage nach Zuständigkeit und Qualität der Dokumentation nicht nebenbei klären sollten.

Welche inhaltlichen Mindestanforderungen gelten?

Neben dem rechtlichen Rahmen entscheidet vor allem die inhaltliche Qualität darüber, ob eine Dokumentation ihren Zweck erfüllt. Sie muss so geschrieben sein, dass die tatsächliche Zielgruppe – Laien, Fachpersonal oder Servicetechniker – sie ohne Vorwissen verstehen und anwenden kann. Das betrifft Wortwahl, Satzlänge und den Verzicht auf unnötigen Fachjargon ebenso wie die visuelle Aufbereitung durch Abbildungen, Piktogramme oder Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Zu den inhaltlichen Kernbestandteilen zählen üblicherweise:

  • Sicherheitshinweise und Warnhinweise, klar von der übrigen Anleitung abgesetzt
  • Bestimmungsgemäßer Gebrauch und erkennbare Fehlanwendungen
  • Inbetriebnahme, Bedienung, Wartung und Entsorgung
  • Technische Daten und Angaben zur Konformität
  • Kontaktinformationen für Support und Ersatzteile

Ebenso wichtig ist die Konsistenz über alle Dokumente eines Produkts hinweg: Begriffe, Abbildungen und Nummerierungen sollten in Kurzanleitung, Vollversion und digitaler Hilfe übereinstimmen. Bei Produkten, die in mehreren Ländern verkauft werden, kommt die Anforderung an eine korrekte, terminologisch konsistente Übersetzung hinzu – ein Punkt, der in der Praxis besonders viel Aufwand verursacht und häufig unterschätzt wird.

Schließlich verlangt die Norm 82079-1 auch einen nachvollziehbaren Erstellungsprozess: Wer hat wann geprüft, welche Änderungen wurden dokumentiert, wie wird die Anleitung bei Produktänderungen aktualisiert? Diese Prozessanforderung ist einer der Hauptgründe, warum Unternehmen früher oder später über feste Zuständigkeiten nachdenken müssen.

Eigene Stelle oder externer Dienstleister – welche Kriterien entscheiden?

Sind Umfang und Anspruch der Anforderungen klar, stellt sich die eigentliche Entscheidung: Wer im Unternehmen kümmert sich dauerhaft darum? Die Antwort hängt von wenigen, aber handfesten Faktoren ab, die sich in jedem Fall vor der Entscheidung prüfen lassen.

  • Dokumentationsvolumen: Wird laufend an mehreren Produkten gleichzeitig dokumentiert, spricht das für eine feste Stelle. Einzelne, zeitlich begrenzte Projekte lassen sich oft günstiger extern lösen.
  • Produktkomplexität und Fachwissen: Je tiefer das nötige technische und produktspezifische Verständnis, desto wertvoller ist eine Person, die dauerhaft im Unternehmen eingebunden ist und Entwicklungsprozesse von innen kennt.
  • Zeitdruck und Auslastungsspitzen: Saisonale Spitzen, etwa vor einer Messe oder einem Produktlaunch, lassen sich mit einem externen Team oft schneller abfedern als mit einer einzelnen internen Fachkraft.
  • Budget und Planungssicherheit: Eine feste Stelle verursacht laufende Fixkosten, ein Dienstleister meist projektbezogene, aber schwankende Kosten.
  • Kontinuität und Wissenssicherung: Wechselt häufig externes Personal, geht Detailwissen über das Produkt leichter verloren als bei einer festen Ansprechperson im Haus.

Viele Unternehmen entscheiden sich in der Praxis für eine Mischform: eine interne Koordinationsstelle, die Anforderungen definiert, Qualität prüft und bei Bedarf externe Kapazität hinzuzieht. Das setzt allerdings voraus, dass zumindest eine Person im Haus die fachlichen und normativen Anforderungen wirklich versteht.

Technische Dokumentation als Job im eigenen Unternehmen

Wer eine eigene Stelle für technische Dokumentation schafft, sollte die Anforderungen an diese Position von Anfang an klar definieren. Gefragt sind in der Regel eine Kombination aus technischem Verständnis, sprachlicher Präzision und Kenntnis der einschlägigen Normen – ein Profil, das häufig aus Ingenieurwesen, Kommunikationswissenschaft oder einer spezialisierten Ausbildung zum technischen Redakteur stammt. Wer entsprechende Angebote sucht, findet unter dem Stichwort technische Dokumentation Jobs eine wachsende Zahl an Stellenausschreibungen, die vom Berufseinstieg bis zur Leitung eines ganzen Dokumentationsteams reichen.

Eine interne Stelle lohnt sich vor allem dann, wenn Produkte regelmäßig weiterentwickelt werden, die Dokumentation eng mit Konstruktion und Entwicklung abgestimmt werden muss oder sensible, vertrauliche Produktinformationen das Unternehmen möglichst nicht verlassen sollen. Die Fachkraft baut mit der Zeit Produktwissen auf, kennt Ansprechpartner in der Entwicklung persönlich und kann Rückfragen kurzfristig klären, ohne dass ein externer Auftrag erst beauftragt und erklärt werden muss.

Diesem Vorteil stehen reale Grenzen gegenüber. Qualifiziertes Personal für technische Dokumentation ist nicht überall leicht zu finden, gerade in kleineren Städten oder sehr spezialisierten Branchen. Eine einzelne Stelle bedeutet zudem ein Risiko: Fällt die Person krankheitsbedingt oder durch Kündigung aus, kann die gesamte Dokumentationsarbeit ins Stocken geraten, wenn kein Vertretungskonzept existiert. Hinzu kommen laufende Kosten für Redaktionssysteme, Übersetzungssoftware und Weiterbildung, die sich nur bei entsprechendem Arbeitsvolumen wirklich rechnen.

Für kleine Unternehmen mit überschaubarem Produktportfolio ist eine volle Stelle daher oft überdimensioniert. Hier lohnt sich die Prüfung, ob eine Teilzeitstelle, eine Doppelrolle mit Produktmanagement oder Qualitätssicherung, oder eben ein externer Partner die wirtschaftlichere Lösung ist.

Worauf achten bei der Wahl eines Dienstleisters für technische Dokumentation?

Ein Dienstleister für technische Dokumentation ist die naheliegende Wahl, wenn Kapazität oder Spezialwissen im eigenen Haus fehlen, wenn Projekte zeitlich begrenzt sind oder wenn schnell auf Auftragsspitzen reagiert werden muss. Auch Unternehmen, die erstmals eine CE-Kennzeichnung durchlaufen und die normativen Anforderungen noch nicht selbst beherrschen, profitieren häufig von externer Erfahrung.

Bei der Auswahl eines geeigneten Dienstleisters für technische Dokumentation lohnt sich ein Blick auf folgende Punkte:

  • Branchen- und Normkenntnis: Referenzen aus vergleichbaren Produktkategorien zeigen, ob der Anbieter die relevanten Richtlinien und Normen tatsächlich anwendet, statt sie nur zu erwähnen.
  • Sprach- und Übersetzungskompetenz: Wer international liefert, braucht einen Partner mit belastbarem Netzwerk an Fachübersetzern und einheitlicher Terminologieverwaltung.
  • Technische Ausstattung: Moderne Redaktionssysteme und Content-Management-Ansätze erleichtern spätere Aktualisierungen erheblich und sparen bei Produktänderungen Zeit.
  • Vertraulichkeit: Da Dokumentationen oft tiefe Einblicke in Konstruktion und Funktionsweise geben, gehören klare Vereinbarungen zu Geheimhaltung und Datenschutz zwingend dazu.
  • Skalierbarkeit: Ein Anbieter, der sowohl kleine Einzelprojekte als auch größere, dauerhafte Zusammenarbeit stemmen kann, bietet mehr Flexibilität bei wachsendem Bedarf.
  • Preismodell und Reaktionszeit: Transparente Kalkulation nach Aufwand oder Seitenumfang sowie realistische Angaben zu Lieferzeiten verhindern spätere Konflikte.

Der Nachteil eines externen Partners liegt vor allem im Koordinationsaufwand: Wissen über das Produkt muss jedes Mal neu vermittelt werden, und ohne eine feste interne Ansprechperson besteht die Gefahr, dass Rückfragen liegen bleiben oder Freigabeprozesse sich verzögern. Wer dauerhaft mit einem Dienstleister für technische Dokumentation zusammenarbeitet, sollte deshalb intern zumindest eine Person benennen, die Anforderungen bündelt und die Qualität der gelieferten Dokumente prüft.

Fazit: Anforderungen kennen, dann passend besetzen

Die Anforderungen an technische Dokumentation sind klar umrissen – rechtlich durch Produkthaftung und CE-Vorgaben, inhaltlich durch Verständlichkeit, Vollständigkeit und Konsistenz, prozessual durch nachvollziehbare Erstellung und Pflege. Wie diese Anforderungen erfüllt werden, ist dagegen eine Frage von Volumen, Fachwissen und Planungshorizont. Wer regelmäßig und produktnah dokumentiert, ist mit einer eigenen Stelle oft besser bedient; wer projektbezogen arbeitet oder Fachwissen kurzfristig braucht, findet in einem spezialisierten Dienstleister die pragmatischere Lösung. Entscheidend ist am Ende weniger die Frage „intern oder extern“, sondern ob jemand die Verantwortung für Qualität und Aktualität der Dokumentation dauerhaft trägt.

Über den Artikel

Autor
Lukas Bergmann Autor bei taeglichinformiert.de
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Kategorie
Technische Dokumentation