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Kategorie Technische Dokumentation

Software Technische Dokumentation erstellen

Wer für Software technische Dokumentation erstellen lassen will, sollte Team, Freelancer, Dienstleister und Tools anhand klarer Kriterien vergleichen.

Software Technische Dokumentation erstellen

Wer für seine Anwendung Software technische Dokumentation erstellen will, steht vor einer Grundsatzentscheidung: selbst schreiben, eine Fachkraft einstellen, einen externen Dienstleister beauftragen oder auf spezialisierte Tools setzen. Während die technische Dokumentation als Fachgebiet allgemein bereits an anderer Stelle erklärt wird, geht es hier ausschließlich darum, wie sich Software-Dokumentation im Vergleich der verfügbaren Wege am sinnvollsten umsetzen lässt.

Welche Kriterien die Wahl wirklich bestimmen

Bevor man sich für einen Weg entscheidet, lohnt sich ein Blick auf die Faktoren, die tatsächlich den Ausschlag geben. Nicht jedes Projekt braucht dieselbe Lösung, und eine falsche Einschätzung kostet später Zeit und Geld.

  • Update-Frequenz: Software, die wöchentlich neue Releases bekommt, braucht andere Prozesse als ein Produkt mit jährlichen Versionen.
  • Regulatorische Anforderungen: Medizinprodukte-Software oder sicherheitskritische Systeme verlangen oft normkonforme Dokumentation, die spezielles Fachwissen erfordert.
  • Zielgruppe: Entwickler-Dokumentation (API-Referenzen, SDKs) unterscheidet sich stark von Endnutzer-Handbüchern.
  • Interne Kapazitäten: Ist überhaupt jemand im Team frei, der Dokumentation neben dem Tagesgeschäft pflegen kann?
  • Budget und Kontinuität: Einmalige Erstellung oder dauerhafte Pflege über Jahre?

Erst wenn diese Punkte geklärt sind, lässt sich seriös abwägen, welcher der folgenden Wege passt.

Eigenes Personal aufbauen: Technische Dokumentation als Job

Für Unternehmen mit regelmäßigem Dokumentationsbedarf lohnt es sich oft, eine feste Stelle zu schaffen. Ausschreibungen für Technische Dokumentation Jobs richten sich meist an technische Redakteure, die Produktwissen mit Schreibfähigkeit verbinden und eng mit Entwicklung sowie Support zusammenarbeiten.

Der Vorteil: Interne Redakteure kennen das Produkt, die Historie und die Kundenanfragen aus erster Hand. Das zahlt sich besonders bei komplexer, sich schnell wandelnder Software aus, bei der externe Personen ständig neu eingearbeitet werden müssten.

Der Nachteil liegt im Aufwand: Rekrutierung dauert, gute Kandidaten für Technische Dokumentation Jobs sind gefragt, und eine einzelne Fachkraft deckt selten alle nötigen Formate ab – von der Online-Hilfe über API-Dokumentation bis zum Schulungsmaterial. Für kleinere Unternehmen oder Projekte mit begrenzter Laufzeit ist eine Festanstellung häufig unwirtschaftlich. Sie eignet sich vor allem dort, wo Dokumentation ein dauerhafter, planbarer Teil des Produktzyklus ist.

Freelancer oder Dienstleister: externe Unterstützung im Vergleich

Wer keine Dauerstelle schaffen will oder kann, greift auf externe Kräfte zurück. Hier lohnt sich die Unterscheidung zwischen Einzelpersonen und Agenturen genau.

Ein freiberuflicher technischer Redakteur ist meist günstiger pro Stunde, flexibel buchbar und gut geeignet für klar abgegrenzte Projekte wie ein einzelnes Handbuch oder eine überarbeitete API-Referenz. Die Kehrseite: Fällt die Person aus oder ist ausgebucht, gibt es kein Backup, und die Bandbreite an Werkzeugen und Spezialgebieten ist begrenzt.

Ein spezialisierter Technische Dokumentation Dienstleister bringt dagegen ganze Teams, etablierte Redaktionsprozesse und oft eigene Tool-Infrastruktur mit. Das ist sinnvoll bei:

  • umfangreichen Projekten mit mehreren Dokumentationsarten gleichzeitig,
  • Software, die in mehrere Sprachen übersetzt werden muss,
  • Aufträgen mit engem Zeitplan, bei denen mehrere Redakteure parallel arbeiten sollen,
  • Unternehmen, die einen normkonformen, auditierbaren Prozess brauchen.

Der Preis liegt entsprechend höher als bei einem einzelnen Freelancer, dafür sinkt das Ausfallrisiko und die Qualität ist meist gleichmäßiger. Für ein einmaliges, überschaubares Projekt ist ein Dienstleister dagegen oft überdimensioniert.

Software und Tools als dritte Option

Neben Personal gibt es die Möglichkeit, Dokumentation stärker über Werkzeuge und automatisierte Prozesse zu organisieren – mit oder ohne begleitende Fachkraft.

Verbreitet sind zwei Ansätze: klassische Autorenwerkzeuge (etwa Content-Management-Systeme für technische Redaktion), die Strukturierung, Versionierung und Mehrsprachigkeit erleichtern, und der sogenannte Docs-as-Code-Ansatz, bei dem Dokumentation wie Quellcode in Textdateien verwaltet und zusammen mit der Software versioniert wird. Letzterer eignet sich besonders für Entwicklerteams, die ohnehin mit Versionsverwaltung arbeiten und API-Dokumentation direkt aus dem Code generieren wollen.

Tools ersetzen aber keine inhaltliche Arbeit: Sie strukturieren und automatisieren, ersparen aber nicht das Verständnis der Software und die verständliche Formulierung für die Zielgruppe. Wer glaubt, mit reiner Automatisierung ganz auf Redakteure verzichten zu können, produziert oft technisch korrekte, aber für Nutzer schwer verständliche Texte. Tools sind daher eine sinnvolle Ergänzung zu Personal oder Dienstleister, selten ein vollständiger Ersatz.

Welche Lösung zu welchem Szenario passt

Die Entscheidung lässt sich anhand typischer Ausgangslagen konkretisieren:

  • Start-up mit einem Produkt und knappem Budget: Freelancer für die Ersterstellung, ergänzt durch ein einfaches Tool zur Pflege.
  • Etabliertes Softwareunternehmen mit regelmäßigen Releases: eigene Stelle über eine Ausschreibung im Bereich Dokumentation, unterstützt durch Docs-as-Code.
  • Regulierte Branche (Medizintechnik, Industrieanlagen): spezialisierter Dienstleister mit Erfahrung in normkonformer Dokumentation.
  • Kurzfristiges Großprojekt mit mehreren Sprachen: Dienstleister mit Übersetzungs- und Redaktionsteam.
  • Internes Entwicklerteam, das nur API-Referenzen braucht: automatisierte Generierung aus dem Code, ohne zusätzliches Personal.

Diese Zuordnungen sind kein starres Schema, sondern ein Ausgangspunkt – oft ist eine Kombination aus zwei Ansätzen die realistischste Lösung.

Fazit

Es gibt keinen pauschal besten Weg, Dokumentation für Software zu erstellen. Wer regelmäßigen, langfristigen Bedarf hat, fährt mit eigenem Personal am besten. Bei einmaligen oder stark schwankenden Projekten sind Freelancer oder ein Dienstleister flexibler. Tools wiederum sollten immer als Unterstützung mitgedacht werden, unabhängig davon, wer am Ende die Inhalte verantwortet.

Über den Artikel

Autor
Sabine Neumann Autor bei taeglichinformiert.de
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Kategorie
Technische Dokumentation