Kategorie Stricken lernen
Kleid stricken Anleitung für Anfänger
Diese Anleitung zum Kleid stricken für Anfänger erklärt Maßnehmen, Grundmuster, Ärmel und Zusammennähen Schritt für Schritt verständlich.
Wer ein Kleid stricken möchte, findet in dieser Anleitung für Anfänger alle nötigen Schritte auf einen Blick: Maß nehmen, das passende Garn wählen, ein einfaches Grundmuster stricken und die Teile am Ende zusammennähen. Anders als bei einem Pullover mit eingesetzten Ärmeln oder Zopfmuster reicht für das erste eigene Kleid ein simpler, gerader Schnitt völlig aus. Wer schon eine Mütze oder einen Schal gestrickt hat, bringt die wichtigsten Grundtechniken – Bündchen, glatt rechts, gleichmäßige Abnahmen – bereits mit.
Welches Garn und welche Nadeln eignen sich für ein Anfänger-Kleid?
Für den Einstieg empfiehlt sich ein mittelstarkes Garn, das mit Nadelstärke 4 bis 5 Millimeter verstrickt wird. Diese Garnstärke wächst zügig, ohne dass die Maschen so grob werden, dass Fehler im Muster kaum noch auffallen. Ein Baumwoll-Mix oder ein glattes Wolle-Viskose-Garn eignet sich besonders gut, weil das Kleid dadurch etwas Fall bekommt, statt steif abzustehen.
Wichtig ist eine sogenannte Maschenprobe: ein kleines Testquadrat, das zeigt, wie viele Maschen und Reihen auf zehn Zentimeter kommen. Bei einer Mütze verzeiht die Dehnbarkeit des Bündchens kleine Abweichungen in der Maschenprobe, bei einem Kleid dagegen entscheidet sie über die spätere Passform. Wer diesen Schritt überspringt, riskiert ein Kleid, das am Ende zu eng, zu weit oder zu kurz ausfällt.
- Nadelstärke 4–5 mm für schnellen Fortschritt und gute Übersicht
- Mischgarne aus Baumwolle oder Viskose für angenehmen Fall
- Immer eine Maschenprobe stricken, bevor das eigentliche Kleid beginnt
Maß nehmen und den richtigen Schnitt für Einsteiger wählen
Bevor die erste Masche fällt, braucht es vier Maße: Brustumfang, Taillenweite, Hüftumfang und die gewünschte Kleidlänge. Aus der Maschenprobe lässt sich daraus errechnen, wie viele Maschen für Vorder- und Rückteil angeschlagen werden müssen.
Für Anfänger eignet sich ein leicht ausgestellter A-Linien-Schnitt am besten, weil er aus wenigen geraden Teilen besteht und kleine Ungenauigkeiten beim Sitz kaschiert. Alternativ funktioniert auch eine schlichte Schlauchform ohne Taillierung, die im Grunde aus zwei großen Rechtecken besteht und beim Zusammennähen zum Kleid wird. Komplizierte Passformdetails wie eingearbeitete Abnäher oder Raglan-Ärmel sollten für das erste Projekt bewusst weggelassen werden.
Vorder- und Rückteil Schritt für Schritt stricken
Der Ablauf ist bei den meisten Anfänger-Kleidern ähnlich aufgebaut:
- Maschen für den unteren Saum anschlagen und einige Reihen Bündchenmuster (rechte und linke Maschen im Wechsel) stricken, damit der Rand nicht rollt.
- Auf glatt rechts wechseln und für die A-Linie in regelmäßigen Abständen Maschen zunehmen, bis die Weite auf Hüfthöhe erreicht ist.
- Gerade weiterstricken bis zur Taille, dort bei Bedarf leicht abnehmen, dann wieder gerade bis zur Armausschnitthöhe.
- Für den Armausschnitt einfach gerade abketten, statt komplizierte Rundungen einzuarbeiten – das sieht bei einem lockeren Kleid völlig unauffällig aus.
- Das Rückteil auf dieselbe Weise stricken und beide Teile bis zur Schulterhöhe fortführen.
Diese geradlinige Konstruktion verzeiht kleine Zählfehler leichter als ein tailliertes Kleidungsstück mit vielen Formänderungen.
Ärmel, Ausschnitt und Techniken, die Anfänger schon kennen
Für die Ärmel genügt beim ersten Kleid ein einfaches Rechteck, das später flach angenäht wird, oder ein kurzer Flügelärmel ohne Rundung. Wer trotzdem Lust auf etwas mehr Technik hat, kann einen leicht abgerundeten Ärmelkopf mit wenigen Kurzreihen stricken – deutlich einfacher als das, was in einer typischen Anleitung zum Ferse stricken für Anfänger verlangt wird, wo Kurzreihen sehr präzise gearbeitet werden müssen. Auch die sogenannte Käppchenferse, die in Anleitungen für Anfänger oft als leichter Einstieg in Sockentechniken gilt, kommt bei einem Kleid gar nicht erst zum Einsatz.
Beim Ausschnitt reicht ein schlichtes Bündchen im Rippenmuster oder eine gehäkelte Kante. Wer statt mit Stricknadeln lieber mit einer Häkelnadel arbeitet, findet in einer Anleitung zum Häkeln für Anfänger ganz ähnliche Grundprinzipien: Maschenprobe, einfaches Grundmuster, schrittweises Zusammensetzen der Teile. Eine gehäkelte Bordüre am Saum oder Ausschnitt lässt sich problemlos mit einem gestrickten Kleid kombinieren.
Wer zuvor bereits eine Mütze für Anfänger gestrickt hat, kennt das Stricken in Runden und das gleichmäßige Abnehmen an der Kopfrundung – beides hilft beim sauberen Verarbeiten von Bündchen und Ausschnitt. Viele Mützen-Anleitungen für Anfänger arbeiten zudem mit denselben Grundtechniken, die auch beim Kleid gefragt sind: Anschlagen, Bündchenmuster und glatt rechts stricken.
Teile zusammennähen und das Kleid fertigstellen
Sind Vorder-, Rückteil und Ärmel fertig, werden die Schulternähte zuerst geschlossen, am besten mit dem sogenannten Matratzenstich, der von außen fast unsichtbar bleibt. Danach folgen die Seitennähte von Achsel bis Saum und zuletzt die Ärmel, die an die Armausschnitte angesetzt werden.
Vor dem Zusammennähen lohnt sich ein leichtes Spannen und Feuchten der Einzelteile, damit sie ihre endgültige Form annehmen und alle Kanten glatt aufeinander liegen. Zum Schluss lässt sich der Ausschnitt mit einer zusätzlichen Bündchenreihe oder einer gehäkelten Borte sauber abschließen, und ein schmaler gestrickter oder gehäkelter Gürtel betont bei Bedarf die Taille.
Fazit
Ein Kleid zu stricken klingt nach einem großen Projekt, lässt sich für Anfänger aber auf wenige, gut überschaubare Schritte reduzieren: Garn und Maschenprobe klären, einfachen A-Linien-Schnitt wählen, Vorder- und Rückteil gerade stricken, unkomplizierte Ärmel ansetzen und am Ende sorgfältig zusammennähen. Mit den Grundtechniken aus Mütze, Schal oder ersten Häkelversuchen im Gepäck steht dem ersten selbstgestrickten Kleid nichts mehr im Weg.
Über den Artikel
- Autor
- Anna Hoffmann Autor bei taeglichinformiert.de
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