Kategorie Stricken lernen
Handschuhe stricken für Anfänger Anleitung
Diese Anleitung für Anfänger zeigt Schritt für Schritt, wie man Handschuhe stricken kann – von Bündchen und Daumenkeil bis zur Fingerspitze.
Eine gute Anleitung zum Handschuhe stricken für Anfänger führt in vier Etappen zum fertigen Paar: Bündchen anschlagen, Handteil stricken, Daumenkeil einarbeiten und Fingerspitzen abrunden. Wer bereits Grundtechniken wie rechte und linke Maschen aus einem ersten Strickprojekt kennt, kann sich direkt an Handschuhe wagen – auch wenn sie durch Daumen und Finger etwas kniffliger wirken als ein einfacher Schal.
Welche Ausstattung brauchst du für den Einstieg?
Für Handschuhe eignet sich ein Nadelspiel oder eine kurze Rundnadel mit Nadelspitze am Ende (Zauberschlinge), weil der Umfang von Hand und Fingern zu klein für gerade Nadeln ist. Sockenwolle mit einem Anteil an Polyamid ist eine gute Wahl, da sie strapazierfähig ist und die feinen Fingerpartien Form halten.
Bevor es losgeht, lohnt sich eine kleine Maschenprobe: Strick ein Quadrat von etwa zehn mal zehn Zentimetern und zähl die Maschen, um zu prüfen, ob deine Maschenzahl zur angegebenen Größe passt. Wer zu fest oder zu locker strickt, bekommt sonst Handschuhe, die entweder zwicken oder verrutschen. Ein Maßband zum Abmessen der eigenen Hand – Umfang und Fingerlänge – ersetzt jede Anleitung mit Standardmaßen, wenn die Handschuhe wirklich passen sollen.
Schritt für Schritt: Bündchen, Handteil und Daumenkeil
Der Handschuh beginnt mit einem Bündchen im 2:2-Rippenmuster (zwei rechte, zwei linke Maschen im Wechsel), das sich elastisch ums Handgelenk legt und ein Hochrutschen verhindert. Nach etwa fünf bis sieben Zentimetern wird auf glatt rechts gewechselt, und der Handteil entsteht in Runden ohne weitere Musterung.
Sobald die Höhe bis zur Daumenwurzel erreicht ist, folgt der Daumenkeil: An einer festgelegten Stelle werden auf beiden Seiten einer Mittelmasche regelmäßig neue Maschen zugenommen, bis genug Weite für den Daumen entstanden ist. Diese Zunahme-Maschen kommen anschließend auf einen Hilfsfaden oder eine Sicherheitsnadel, während der Handteil normal weiterläuft. Der Daumen selbst wird erst am Ende separat fertiggestrickt, ähnlich wie ein einzelner kleiner Handschuhfinger.
Nach dem Daumenkeil wird der Handteil bis zur gewünschten Länge weitergestrickt, bevor die Finger einzeln abgeteilt werden. Für jeden Finger werden die passenden Maschen aufgenommen, in der Runde weitergestrickt und am Ende verringert – genau hier kommt die nächste Technik ins Spiel.
Fingerspitzen abrunden: die Technik hinter der Käppchenferse
Wer schon einmal eine Ferse gestrickt hat, kennt das Prinzip, das auch beim Abschluss der Fingerspitzen hilft: Kurzreihen, mit denen eine runde, gut sitzende Kappe entsteht statt einer spitzen Ecke. Diese Technik wird bei Socken oft als Käppchenferse bezeichnet, weil sie eine kleine, abgerundete Haube formt – und exakt dieses Prinzip lässt sich auf Fingerspitzen übertragen.
Dabei wird nicht bis zum Rundenende gestrickt, sondern vorher gewendet: Man strickt bis kurz vor die letzte Masche, hebt sie ab, legt den Arbeitsfaden um (Wrap-and-turn) und strickt zurück. Runde für Runde wird der gearbeitete Bereich kürzer, wodurch sich die Maschen sanft zu einer Rundung zusammenziehen. Bei Handschuhfingern reicht meist eine einfachere Variante: Statt aufwendiger Kurzreihen genügt es oft, die Maschen gleichmäßig zu verteilen und in drei bis vier Runden auf null abzunehmen, dann den Faden durchziehen und vernähen.
Wer die Käppchenferse einmal grob verstanden hat, findet sich bei den Fingerkuppen schnell zurecht – das Prinzip „gleichmäßig abnehmen, bis die Rundung passt“ bleibt identisch, nur der Maßstab ist kleiner.
Von den Handschuhen zur Mütze: dieselbe Technik weiterdenken
Wer den Dreh mit Zunahmen und Abnahmen einmal raus hat, kann die gleichen Grundlagen für eine Mütze nutzen. Auch hier startet man mit einem elastischen Bündchen im Rippenmuster, strickt dann glatt rechts in Runden weiter und schließt die Kopfform am Ende durch regelmäßige Abnahmen zu einer runden Spitze ab – genau wie bei den Fingerspitzen des Handschuhs.
Eine typische Mützen-Anleitung für Anfänger teilt die Maschenzahl am Übergang zur Kopfrundung in sechs oder acht gleiche Abschnitte und nimmt in jedem Abschnitt eine Masche ab, bis nur noch wenige Maschen übrig sind. Diese werden mit dem Arbeitsfaden zusammengezogen und vernäht, ganz ähnlich wie beim Abschluss eines Fingers. Wer einmal Handschuhe gestrickt hat, wird bei einer Mütze also kaum neue Techniken lernen müssen, sondern vor allem größere Flächen in denselben Grundmustern bearbeiten.
Häkeln als Alternative für den Einstieg
Manchen Anfängerinnen und Anfängern fällt der Einstieg über eine Häkelanleitung leichter, weil beim Häkeln jeweils nur eine Schlaufe auf der Nadel liegt und Maschen seltener versehentlich von der Nadel rutschen. Handschuhe lassen sich ebenfalls häkeln, meist mit festen Maschen oder halben Stäbchen für den Handteil und einzeln gehäkelten Fingerröhrchen.
Für alle, die zunächst unsicher sind, ob Stricknadeln oder Häkelnadel besser passen, kann ein kleines Probestück in beiden Techniken helfen: Wer mit der Häkelnadel entspannter arbeitet, findet in gehäkelten Handschuhen einen guten ersten Erfolg, bevor später die gestrickte Variante mit Daumenkeil und Fingerspitzen dazukommt.
Fazit
Handschuhe stricken für Anfänger ist vor allem eine Frage der richtigen Reihenfolge: elastisches Bündchen, glatter Handteil, sorgfältig eingearbeiteter Daumenkeil und zum Schluss die Fingerspitzen, die sich mit dem gleichen Abnahmeprinzip wie eine Käppchenferse abrunden lassen. Wer diese Schritte einmal geübt hat, kann sie problemlos auf Mützen übertragen oder als Ausweichoption zum Häkeln greifen – die Grundtechniken bleiben in beiden Fällen erstaunlich ähnlich.
Über den Artikel
- Autor
- Sabine Neumann Autor bei taeglichinformiert.de
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- Stricken lernen