Kategorie Stricken lernen
Beinstulpen stricken Anleitung für Anfänger
Beinstulpen stricken Anleitung für Anfänger: Maschenanschlag, Bündchenmuster und Abschluss leicht erklärt – ganz ohne Fersenarbeit und mit wenig Wolle.
Beinstulpen zu stricken bedeutet für Anfänger vor allem eines: eine einfache Röhre aus Maschen zu bilden, die sich elastisch ans Bein anschmiegt – ganz ohne die kniffligen Techniken, die Socken oder Pullover mitbringen. Diese Beinstulpen stricken Anleitung für Anfänger führt dich durch Material, Maschenanschlag, Muster und Abschluss, sodass du am Ende ein fertiges Paar in den Händen hältst. Wer die Grundlagen des Strickens noch gar nicht kennt, findet die wichtigsten Basics im allgemeinen Ratgeber zum Stricken für Anfänger – hier geht es gezielt um die Beinstulpe selbst.
Material und Maschenzahl: So bereitest du dich vor
Für Beinstulpen brauchst du deutlich weniger Ausrüstung als für ein größeres Kleidungsstück. Am besten eignet sich ein Nadelspiel mit vier oder fünf Nadeln oder eine kurze Rundstricknadel, weil du die Stulpe von Anfang an als geschlossenen Schlauch strickst, ohne Nahtarbeit am Ende. Die passende Nadelstärke richtet sich nach der Wolle: Für mitteldicke Wolle (Lauflänge etwa 100 bis 150 Meter pro 50 Gramm) sind Nadeln zwischen 4 und 5 Millimeter üblich, für feinere Sockenwolle reichen oft 2,5 bis 3,5 Millimeter.
Bei der Wolle lohnt sich ein Blick auf den Materialmix: Reine Wolle wärmt gut, aber ein kleiner Anteil Polyacryl oder Elastan macht das Bündchen strapazierfähiger und sorgt dafür, dass die Stulpe ihre Form behält. Für ein Paar reichen meist 100 bis 150 Gramm Wolle, je nach Länge und Umfang.
Bevor du richtig anfängst, strickst du eine kleine Maschenprobe: ein Quadrat von etwa 10 mal 10 Zentimetern im geplanten Muster. So zählst du, wie viele Maschen und Reihen auf einen Zentimeter kommen, und kannst berechnen, wie viele Maschen du für den gewünschten Beinumfang anschlagen musst. Da Rippenmuster sich stark dehnen, schlägst du meist etwas weniger Maschen an, als der reine Umfang verlangt – ein Abzug von rund 10 Prozent ist ein guter Richtwert.
| Beinumfang (gemessen) | Maschenzahl (ca., mitteldicke Wolle) |
|---|---|
| 28–30 cm (Kind/schmales Bein) | 40–44 Maschen |
| 32–36 cm (Standard) | 48–52 Maschen |
| 38–42 cm | 56–60 Maschen |
Diese Werte sind Orientierung, keine feste Regel – deine eigene Maschenprobe entscheidet, wie viele Maschen bei dir tatsächlich passen.
Bündchen stricken: Der Anfang jeder Beinstulpe
Fast jede Beinstulpe beginnt mit einem Bündchen, also einem elastischen Rand aus abwechselnd rechten und linken Maschen, meist im Verhältnis 2 rechts, 2 links. Dieses Rippenmuster zieht sich zusammen und sorgt dafür, dass die Stulpe am Knöchel oder unter dem Knie nicht verrutscht.
Schlage die berechnete Maschenzahl elastisch an – ein sogenannter Elastischer Anschlag oder ein normaler Anschlag mit etwas Luft in den Maschen funktioniert gut. Verteile die Maschen auf die Nadeln deines Nadelspiels oder schließe sie bei der Rundstricknadel direkt zum Kreis, ohne sie zu verdrehen. Ein kleiner Fadenmarkierer am Rundenanfang hilft dir, den Überblick zu behalten, wo eine neue Runde beginnt.
Stricke nun mehrere Zentimeter im 2/2-Rippenmuster – für den unteren Rand reichen oft 5 bis 8 Zentimeter, für einen breiteren Abschluss am Oberschenkel gerne mehr. Genau dieses Prinzip aus Rundstricken plus Bündchen begegnet dir übrigens wieder, wenn du irgendwann eine Mütze stricken willst: Auch bei einer Mützen stricken Anleitung für Anfänger startet man fast immer mit einem elastischen Rand aus dem gleichen Rippenmuster, bevor es zur Rundung des Kopfteils übergeht. Wer also einmal das Bündchen einer Beinstulpe beherrscht, hat die Basis für viele weitere Rundstrickprojekte schon gelegt.
Ein häufiger Anfängerfehler ist, die Maschen beim Zusammenschließen der Runde zu verdrehen – kontrolliere daher vor der ersten Runde, dass alle Maschen mit der glatten Seite nach außen zeigen und keine Masche sich um die Nadel gedreht hat.
Brauchen Beinstulpen eine Ferse?
Nein – und das ist einer der Gründe, warum Beinstulpen ein ideales Einsteigerprojekt sind. Anders als eine Socke enden Beinstulpen offen am Fuß und brauchen deshalb keine Fersenformung. Bei Socken muss die Strickerin oder der Stricker den rechten Winkel zwischen Bein und Fuß nachbilden, und genau dafür gibt es die Ferse: eine Technik, bei der ein Teil der Maschen kurz stillgelegt und in mehreren kurzen Reihen neu geformt wird.
Eine besonders verbreitete Variante ist die sogenannte Käppchenferse, bei der die Ferse wie eine kleine Kappe über die Maschen gestrickt wird, indem man Reihe für Reihe kürzer strickt und dabei Maschen abnimmt und wieder aufnimmt. Wer eine ferse stricken Anleitung für Anfänger sucht, findet dort typischerweise genau diese Käppchenferse als Einstiegstechnik, weil sie mit weniger Zählarbeit auskommt als andere Fersenarten.
Für deine Beinstulpe brauchst du davon nichts – du strickst einfach glatt weiter im Kreis, bis die gewünschte Länge erreicht ist. Das macht Beinstulpen deutlich schneller fertig als ein Paar Socken und nimmt dir die Sorge, an der schwierigsten Stelle des Sockenstrickens zu scheitern.
Falls du später Lust bekommst, deine Beinstulpe zu einer vollständigen Socke weiterzuentwickeln, ist das ein logischer nächster Schritt: Du würdest an der Stelle, wo bei der Stulpe einfach weitergestrickt wird, stattdessen eine Ferse einsetzen und anschließend den Fußteil bis zur Spitze stricken. Für den Anfang reicht es aber völlig, die Stulpe offen zu lassen – das Ergebnis wärmt genauso gut und ist deutlich schneller fertig.
Muster, Verlauf und Abschluss: Vom Schaft zum fertigen Stulpen
Nach dem Bündchen wechselst du meist in ein anderes Muster für den restlichen Schaft der Stulpe. Die einfachste Variante ist glatt rechts: In jeder Runde strickst du ausschließlich rechte Maschen, wodurch eine glatte, gleichmäßige Fläche entsteht. Für etwas mehr Struktur eignen sich auch einfache Muster wie das Perlmuster (abwechselnd eine rechte, eine linke Masche, versetzt in jeder Runde) oder ein schmaler Zopf, der als dekoratives Element mittig über die Stulpe läuft.
Wie lang die Stulpe wird, entscheidest du selbst: Kurze Modelle enden knapp über dem Knöchel, längere reichen bis über das Knie. Miss dazwischen regelmäßig am Bein nach, damit du die passende Länge triffst, bevor du zum Abschluss kommst.
Manche Beinstulpen werden zum Oberschenkel hin bewusst weiter gestrickt, weil der Umfang dort größer ist. Das erreichst du durch gleichmäßig verteilte Zunahmen alle paar Runden – zum Beispiel, indem du in jeder zehnten Runde vier neue Maschen einarbeitest, bis der gewünschte Umfang erreicht ist. Wichtig ist, die Zunahmen über die Runde zu verteilen, statt sie an einer Stelle zu häufen, damit keine sichtbare Kante entsteht.
Am oberen Ende schließt du die Stulpe elastisch ab, damit sie sich weiterhin dehnen lässt und nicht einschnürt. Ein normaler, straffer Abschluss der Maschen würde das Rippenmuster unnötig einengen – besser ist ein lockerer, elastischer Kettmaschenabschlag, bei dem du zwischen den Maschen etwas Faden zugibst, bevor du sie abkettelst. Anschließend vernähst du die losen Fadenenden sorgfältig auf der Innenseite und kannst die fertige Stulpe kurz mit warmem Wasser oder Dampf entspannen, damit sich das Muster gleichmäßig legt.
Alternative Techniken: Was Beinstulpen mit Mützen und Häkelarbeiten gemeinsam haben
Wenn dir das Rundstricken der Beinstulpe leichtgefallen ist, hast du im Grunde schon die Basistechnik für viele weitere Projekte gelernt. Bei mützen stricken Anleitung für Anfänger-Vorlagen beginnt man ebenfalls mit einem Bündchen am Rundstricknadel-Nadelspiel und arbeitet danach im Kreis weiter – der große Unterschied ist lediglich, dass die Mütze am Ende durch gleichmäßige Abnahmen zu einer runden Kopfform verengt wird, während die Stulpe einfach offen bleibt. Wer diesen Übergang meistern möchte, kann also direkt im Anschluss an sein erstes Stulpenpaar eine einfache Mütze angehen.
Nicht jeder greift jedoch gerne zu zwei oder vier Stricknadeln. Wer lieber mit einer einzigen Nadel arbeitet, findet in einer anleitung häkeln für Anfänger einen guten Einstieg in die Häkeltechnik – auch Beinstulpen lassen sich damit herstellen. Beim Häkeln entsteht die Röhre meist aus festen Maschen oder halben Stäbchen, die in Runden gearbeitet werden; ein Rippenmuster wie beim Stricken lässt sich zwar nachbilden, ist aber technisch etwas aufwändiger, weshalb Häkel-Stulpen oft auf strukturierte Muster statt auf klassische Rippen setzen.
Ein praktischer Unterschied zwischen beiden Techniken: Gehäkelte Maschen sind meist etwas dichter und weniger elastisch als gestrickte, dafür geht die Arbeit für viele Anfänger schneller voran, weil jede Masche einzeln und übersichtlich entsteht. Wer unsicher ist, welche Technik besser passt, kann beide an einer kleinen Probe – etwa einem Ärmelbündchen oder Stirnband – ausprobieren, bevor er sich für ein ganzes Beinstulpenpaar entscheidet.
Für den klassischen, warmen und dehnbaren Beinschutz bleibt das Stricken mit Rippenmuster aber die gängigste Wahl, weil sich die Maschen so gut ans Bein anpassen und beim An- und Ausziehen nicht einschneiden.
Fazit
Beinstulpen sind ein ideales erstes Rundstrickprojekt: Du brauchst nur wenig Material, keine komplizierte Fersentechnik und kommst mit Bündchen, einem einfachen Muster und einem elastischen Abschluss zu einem fertigen, tragbaren Ergebnis. Sobald das gelingt, stehen dir mit Mützen, Socken oder sogar Häkelarbeiten weitere Projekte offen, die auf denselben Grundtechniken aufbauen.
Über den Artikel
- Autor
- Lukas Bergmann Autor bei taeglichinformiert.de
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