Kategorie Stricken lernen
Stricken für Anfänger: Kostenlose Grundanleitung
Diese kostenlose Anleitung zeigt Stricken für Anfänger Schritt für Schritt: Maschen anschlagen, rechte und linke Maschen sowie erste Projekte.
Stricken ist eine Handarbeitstechnik, bei der aus einem einzigen Wollfaden mithilfe von zwei Nadeln ein Stoff entsteht – Masche für Masche, Reihe für Reihe. Diese Anleitung zum Stricken für Anfänger kostenlos führt dich von den ersten Handgriffen bis zum fertigen Schal und erklärt jeden Fachbegriff, sobald er zum ersten Mal auftaucht. Du brauchst keine Vorkenntnisse, nur etwas Geduld und die Bereitschaft, eine Reihe auch mal wieder aufzutrennen.
Was ist Stricken und was du dafür brauchst
Bevor es losgeht, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Grundausstattung. Für den Einstieg reicht wenig, und du musst nicht gleich in teures Material investieren.
- Stricknadeln: Für Anfänger eignen sich gerade Nadeln aus Holz oder Bambus in Stärke 4 bis 5 mm besonders gut, weil die Wolle darauf nicht so leicht rutscht wie auf Metallnadeln.
- Wolle: Eine mittelstarke, helle Wolle aus Baumwolle oder Wollmischung zeigt Maschen deutlich und lässt sich gut kontrollieren. Sehr dünne oder sehr flauschige Garne sind für den Anfang schwerer zu handhaben.
- Schere: Zum Abschneiden des Fadens am Ende einer Arbeit.
- Maßband: Um die Länge deines Strickstücks zu kontrollieren, etwa bei einem Schal.
- Stopfnadel: Eine große, stumpfe Nadel mit Öhr, um Fadenenden später zu vernähen.
Auf der Nadelverpackung oder der Banderole des Wollknäuels findest du oft eine Empfehlung, welche Nadelstärke zu welcher Garnstärke passt. Diese Angabe ist ein guter Ausgangspunkt, auch wenn du sie später nach eigenem Geschmack anpassen kannst.
Maschen anschlagen: der erste Schritt jeder Strickarbeit
Der Maschenanschlag ist die Grundlage jeder Strickarbeit – er erzeugt die erste Reihe an Maschen auf der Nadel, mit der du überhaupt erst stricken kannst. Es gibt mehrere Techniken, doch für den Einstieg ist der sogenannte Anschlag mit zwei Fäden oder der einfachere Anschlag mit einer Nadel am gängigsten.
So funktioniert der einfache Anschlag Schritt für Schritt:
- Lasse etwa 15 Zentimeter Faden als Anfangsfaden übrig, bevor du eine Schlaufe bildest.
- Lege die Schlaufe auf eine Nadel und ziehe sie leicht fest – das ist deine erste Masche.
- Nimm die zweite Nadel in die andere Hand, führe sie von unten in die Schlaufe ein und hole mit dem Arbeitsfaden eine neue Schlaufe durch.
- Setze diese neue Schlaufe auf die linke Nadel und ziehe sie so fest, dass sie locker, aber nicht durchhängend sitzt.
- Wiederhole diesen Vorgang, bis die gewünschte Maschenzahl erreicht ist.
Für die ersten Übungen genügen 20 bis 25 Maschen. Achte darauf, dass alle Maschen gleich fest angeschlagen sind: Zu straffe Maschen erschweren die erste Strickreihe, zu lockere lassen den Rand später ausleiern.
Rechte Maschen stricken – die Grundmasche lernen
Die rechte Masche ist die häufigste Maschenart und der Einstieg in fast jede Anleitung. Wer die rechte Masche beherrscht, kann bereits ein einfaches Strickmuster namens kraus rechts anfertigen, bei dem jede Reihe nur aus rechten Maschen besteht.
So gehst du vor:
- Halte die Nadel mit den angeschlagenen Maschen in der linken Hand, die leere Nadel in der rechten.
- Führe die rechte Nadel von vorne nach hinten in die erste Masche auf der linken Nadel ein, sodass sich die Nadeln kreuzen.
- Lege den Arbeitsfaden von hinten um die rechte Nadel.
- Ziehe mit der rechten Nadel eine neue Schlaufe durch die alte Masche hindurch nach vorne.
- Lass die alte Masche von der linken Nadel gleiten – die neue Masche sitzt jetzt auf der rechten Nadel.
Diesen Ablauf wiederholst du für jede Masche der Reihe, bis alle Maschen von der linken auf die rechte Nadel gewandert sind. Danach drehst du die Arbeit, nimmst die Nadel mit den Maschen wieder in die linke Hand und beginnst die nächste Reihe. Zu Beginn wirkt die Handbewegung ungewohnt, doch nach wenigen Reihen wird sie zur Routine.
Linke Maschen stricken – die zweite Grundmasche
Die linke Masche ist das Gegenstück zur rechten Masche und wird für viele Muster benötigt, etwa für das klassische glatt rechts, bei dem eine Reihe rechts und die nächste links gestrickt wird. Das Ergebnis ist eine glatte Vorderseite und eine strukturierte Rückseite – das typische Bild vieler Pullover.
So strickst du eine linke Masche:
- Halte den Arbeitsfaden vor der Arbeit, also auf der Seite, die dir zugewandt ist.
- Führe die rechte Nadel von hinten nach vorne in die erste Masche auf der linken Nadel ein.
- Lege den Faden von vorne über die rechte Nadel.
- Ziehe mit der rechten Nadel eine neue Schlaufe durch die Masche nach hinten.
- Lass die alte Masche von der linken Nadel abgleiten.
Ein typischer Anfängerfehler ist, den Faden bei der linken Masche versehentlich hinter der Arbeit zu lassen – dadurch entsteht statt einer glatten linken Masche eine verdrehte Masche. Kontrolliere deshalb bei jeder neuen Masche kurz, auf welcher Seite dein Arbeitsfaden gerade liegt.
Maschen abketten: eine Strickarbeit richtig beenden
Das Abketten schließt eine Strickarbeit ab, damit sich die Maschen nicht wieder auftrennen. Ohne diesen Schritt würde sich die letzte Reihe sofort auflösen, sobald du die Nadel herausziehst.
So kettest du einfach ab:
- Stricke die ersten beiden Maschen der letzten Reihe ganz normal.
- Steche mit der linken Nadel in die zuerst gestrickte Masche und ziehe sie über die zweite Masche und über die Nadelspitze hinweg – nur eine Masche bleibt übrig.
- Stricke die nächste Masche, sodass wieder zwei Maschen auf der rechten Nadel liegen.
- Wiederhole das Überziehen, bis nur noch eine Masche übrig ist.
- Schneide den Faden mit etwa 15 Zentimeter Abstand ab und ziehe ihn durch die letzte Masche, um sie zu sichern.
Zum Schluss vernähst du das lose Fadenende mit der Stopfnadel unauffällig auf der Rückseite deiner Arbeit. Achte beim Abketten darauf, nicht zu fest zu ziehen, damit der Abschlussrand nicht enger wird als der Rest deines Strickstücks – ein häufiges Problem, das den Rand unschön einrollen lässt.
Häufige Anfängerfehler und wie du sie vermeidest
Beim Einstieg ins Stricken tauchen bei fast jedem dieselben Stolpersteine auf. Wer sie kennt, kann gelassener damit umgehen und muss weniger häufig auftrennen.
- Maschen fallen von der Nadel: Das passiert meist, wenn die Nadelspitzen zu weit auseinandergeführt werden. Achte darauf, die Nadeln beim Stricken nah beieinander zu halten.
- Ungleichmäßige Maschenspannung: Am Anfang ziehen viele den Faden mal fester, mal lockerer. Das gleicht sich mit wachsender Übung meist von selbst aus.
- Versehentlich zugenommene Maschen: Wenn eine Reihe plötzlich mehr Maschen hat als zuvor, wurde der Faden wahrscheinlich zwischen zwei Maschen unabsichtlich um die Nadel gelegt.
- Verdrehte Maschen: Sie entstehen, wenn die Nadel von der falschen Seite in die Masche eingeführt wird. Ein Blick darauf, wie die Masche auf der Nadel „sitzt", hilft beim Erkennen.
- Löcher im Gestrick: Sie deuten meist auf eine übersehene oder ausgelassene Masche hin.
Der wichtigste Rat für Einsteiger lautet: Auftrennen ist kein Rückschlag, sondern normaler Bestandteil des Lernprozesses. Wer eine Reihe zurückstrickt oder komplett auftrennt, verliert kein Material – die Wolle lässt sich problemlos wiederverwenden.
Dein erstes Projekt: Ein Schal stricken für Anfänger
Ein Schal ist das klassische erste Projekt, weil er nur rechteckig gestrickt wird, keine komplizierte Form braucht und trotzdem schnell sichtbare Fortschritte zeigt. Eine kostenlose Anleitung für Anfänger sieht für einen einfachen Schal meist folgende Eckdaten vor:
- 28 bis 32 Maschen anschlagen, je nach gewünschter Breite und Wollstärke.
- Jede Reihe in kraus rechts stricken, also durchgehend nur rechte Maschen – das ergibt einen Schal, der sich an den Rändern nicht einrollt.
- So lange stricken, bis die gewünschte Länge erreicht ist, üblich sind etwa 150 bis 180 Zentimeter.
- Am Ende abketten und die Fadenenden vernähen.
Wer etwas Struktur möchte, kann auch ein einfaches Muster aus rechten und linken Maschen im Wechsel stricken, etwa zwei rechte, zwei linke Maschen pro Reihe – das sogenannte Rippenmuster. Es sieht anspruchsvoller aus, basiert aber nur auf den beiden Grundmaschen, die du bereits gelernt hast. Wichtig ist, während des gesamten Projekts eine ähnliche Fadenspannung zu halten, damit der Schal am Ende gleichmäßig breit ist und keine sichtbaren Übergänge zwischen den Strickabenden entstehen.
Loop stricken für Anfänger: rund stricken leicht gemacht
Ein Loop ist ein rund geschlossener Schal ohne Anfang und Ende, den man einfach über den Kopf zieht. Loop stricken für Anfänger unterscheidet sich vom klassischen Schal vor allem dadurch, dass entweder in Runden statt in Reihen gestrickt wird oder ein flaches Strickstück am Ende zusammengenäht wird.
Die einfachste Variante für den Einstieg funktioniert genau wie ein Schal:
- Ein rechteckiges Strickstück in gewünschter Breite und Länge stricken – etwa 25 Zentimeter breit und 60 bis 80 Zentimeter lang.
- Am Ende abketten und die Fadenenden vernähen.
- Die beiden kurzen Enden des Strickstücks mit der Stopfnadel und einem Reststück Wolle zusammennähen, sodass ein Ring entsteht.
Wer bereits etwas geübter ist, kann einen Loop auch direkt in Runden auf einer Rundstricknadel stricken. Das ist eine Nadel, bei der zwei kurze Nadelspitzen über ein biegsames Kabel verbunden sind. Dabei schließt man die angeschlagenen Maschen zu einem Ring und strickt immer im Kreis weiter, ohne die Arbeit zu wenden. Für den ersten Loop ist die genähte Variante jedoch deutlich einfacher und ein guter Einstieg, bevor man sich an das Rundstricken herantraut.
Die richtige Wolle und Nadelgröße wählen
Wolle und Nadel müssen zueinander passen, damit das Strickstück weder zu locker noch zu fest wird. Auf jeder Banderole eines Wollknäuels steht in der Regel eine Empfehlung für die passende Nadelstärke, oft ergänzt durch eine sogenannte Maschenprobe: die Angabe, wie viele Maschen und Reihen auf zehn mal zehn Zentimeter kommen sollen.
Für Anfänger sind folgende Kombinationen besonders gut geeignet:
| Garntyp | Empfohlene Nadelstärke | Geeignet für |
|---|---|---|
| Dünnes Baumwollgarn | 3 bis 3,5 mm | Sommerschals, feine Muster |
| Mittelstarke Wolle | 4 bis 5 mm | Schals, erste Übungsstücke |
| Dicke Wolle | 6 bis 8 mm | Loops, Mützen, schnelle Projekte |
Für die allerersten Übungsreihen empfiehlt sich eine mittelstarke, glatte Wolle in heller Farbe, weil sich einzelne Maschen darauf am besten erkennen lassen. Sehr dunkle Farben oder stark strukturierte Fantasiegarne erschweren es, Fehler frühzeitig zu entdecken. Sobald die Grundtechniken sitzen, spricht nichts dagegen, mit dickerer Wolle zu experimentieren – dickere Garne stricken sich zudem schneller, was gerade bei einem Loop oder einer Mütze motivierend sein kann.
Wie es nach dem ersten Projekt weitergeht
Ist der erste Schal oder Loop fertig, lohnt sich der Blick auf etwas anspruchsvollere Techniken. Ein guter nächster Schritt sind einfache Muster, die rechte und linke Maschen kombinieren, etwa Zopfmuster oder Lochmuster, die zusätzlich mit Umschlägen arbeiten. Auch das Zunehmen und Abnehmen von Maschen – also das gezielte Vergrößern oder Verkleinern der Maschenzahl – öffnet die Tür zu geformten Projekten wie Mützen, Handschuhen oder Pullovern.
Hilfreich ist es, kleine, überschaubare Projekte zu wählen, die sich innerhalb weniger Abende fertigstellen lassen. Das hält die Motivation aufrecht und macht Fortschritte sichtbar. Wer unsicher ist, findet zu praktisch jeder Technik kostenlose Video- und Bildanleitungen, mit denen sich einzelne Handgriffe noch einmal genauer nachvollziehen lassen, bevor man sie an der eigenen Wolle ausprobiert.
Häufig gestellte Fragen
Welche Wolle eignet sich am besten für Anfänger?
Am besten geeignet ist eine mittelstarke, glatte Wolle in heller Farbe, da sich einzelne Maschen darauf gut erkennen lassen. Baumwollmischungen oder Wolle mit einem hohen Wollanteil lassen sich zudem angenehm und gleichmäßig verarbeiten, während sehr flauschige oder sehr dünne Garne den Einstieg erschweren.
Wie viele Maschen brauche ich für einen Schal?
Für einen klassischen Schal aus mittelstarker Wolle sind 28 bis 32 Maschen ein guter Richtwert, was je nach Wollstärke und gewünschter Breite variieren kann. Wer eine dickere Wolle verwendet, kann mit weniger Maschen auskommen, da jede Masche mehr Breite erzeugt.
Was ist der Unterschied zwischen rechten und linken Maschen?
Rechte Maschen werden mit der Nadel von vorne nach hinten in die Masche eingestochen und ergeben auf der Vorderseite ein glattes Bild, während linke Maschen von hinten nach vorne gestochen werden und eine strukturierte, leicht wellige Oberfläche erzeugen. Werden beide Maschenarten reihenweise abgewechselt, entsteht das bekannte Muster glatt rechts.
Wie lange dauert es, bis man einen Schal fertig hat?
Das hängt stark vom Übungsstand, der Wollstärke und der täglichen Strickzeit ab, doch geübte Anfänger schaffen einen einfachen Schal oft innerhalb weniger Abende bis zu ein bis zwei Wochen. Dickere Wolle und größere Nadeln beschleunigen den Prozess, weil pro Reihe mehr Stoff entsteht.
Kann ich einen Loop auch ohne Rundstricknadel stricken?
Ja, ein Loop lässt sich problemlos wie ein flacher Schal auf normalen Nadeln stricken und anschließend an den kurzen Enden zu einem Ring zusammengenäht werden. Diese Methode ist für Anfänger sogar einfacher als das Stricken in Runden auf einer Rundstricknadel.
Was tue ich, wenn mir eine Masche von der Nadel fällt?
Eine heruntergefallene Masche lässt sich meist einfach mit der Stricknadel oder einer Häkelnadel wieder aufnehmen, bevor sie sich weiter auftrennt. Am besten hält man die Arbeit dabei ruhig fest und fängt die Masche sofort ein, sobald man bemerkt, dass sie von der Nadel gerutscht ist.
Fazit
Stricken lässt sich mit wenigen Grundtechniken erlernen: Maschen anschlagen, rechte und linke Maschen stricken und am Ende sauber abketten. Mit diesen Bausteinen entstehen bereits erste eigene Projekte wie ein Schal oder ein Loop, ganz ohne Vorkenntnisse und ohne teures Material. Wer sich an einfache, überschaubare Projekte hält und kleine Fehler gelassen nimmt, wird schon nach den ersten Reihen merken, dass die Bewegungen zunehmend selbstverständlich werden – und kann von dort aus Schritt für Schritt anspruchsvollere Muster und Formen ausprobieren.
Über den Artikel
- Autor
- Jonas Krüger Autor bei taeglichinformiert.de
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- Kategorie
- Stricken lernen