Kategorie Stricken lernen
Ferse stricken für Anfänger: Deutsche Anleitung
Eine klare Ferse stricken Anleitung für Anfänger Deutsch: So gelingt Fersenwand und Fersenkäppchen Schritt für Schritt, auch ohne Vorkenntnisse.
Die Ferse ist der Teil einer Socke, der beim Stricken die meisten Anfänger ins Schwitzen bringt, weil hier zum ersten Mal nicht einfach gerade weitergestrickt wird. Diese Ferse stricken Anleitung für Anfänger Deutsch erklärt Schritt für Schritt, wie die klassische Fersenwand mit anschließendem Fersenkäppchen entsteht und wie man danach sauber zum Fuß übergeht. Wer schon einmal Accessoires wie Mützen oder Schals gestrickt hat, bringt die wichtigsten Grundtechniken bereits mit.
Warum gilt die Ferse als schwierig?
Bei einer Socke wird der Großteil rundherum in fortlaufenden Runden gestrickt – Reihe für Reihe entsteht ein gleichmäßiger Schlauch. Für die Ferse wird dieses Prinzip kurzzeitig unterbrochen: Ein Teil der Maschen wird stillgelegt, während der Rest hin und her, also in Reihen statt in Runden, weitergestrickt wird. Dadurch entsteht eine Art kleine Tasche, die sich der runden Form der Ferse anpasst.
Für Anfänger ist vor allem ungewohnt, dass man nicht mehr stur weiterstrickt, sondern an bestimmten Punkten wenden, abnehmen und später wieder Maschen aufnehmen muss. Das klingt komplizierter, als es ist: Wer die Reihenfolge einmal verinnerlicht hat, strickt jede weitere Ferse fast automatisch. Es lohnt sich, die einzelnen Schritte zunächst laut mitzusprechen oder mit einer Musterzeile mitzuzählen, bis der Ablauf sitzt.
Die Fersenwand stricken: der erste Abschnitt
Für die Fersenwand werden meist die Hälfte aller Maschen der Socke verwendet, üblicherweise auf zwei Nadeln verteilt. Diese Maschen werden nun ausschließlich in Reihen hin und her gestrickt, während die restlichen Maschen für den Spann ruhen und einfach auf der Nadel liegen bleiben.
- Rechte Reihe: alle Maschen rechts stricken, letzte Masche wie zum Rechtsstricken abheben.
- Linke Reihe: erste Masche abheben, restliche Maschen links stricken.
- Diese beiden Reihen abwechselnd wiederholen, meist etwa doppelt so oft, wie Maschen auf der Nadel liegen.
Das abgehobene Rand-Masche-Muster sorgt dafür, dass später am Rand der Fersenwand saubere, gut sichtbare Maschen entstehen, an denen man beim Aufnehmen problemlos ansetzen kann. Die entstehende Fläche sieht aus wie ein kleines Quadrat oder Rechteck – das ist die spätere Fersensohle, die unter der Ferse zu liegen kommt.
Das Fersenkäppchen: kurze Reihen für die runde Form
Nach der Fersenwand folgt das sogenannte Fersenkäppchen, gestrickt in der Technik der kurzen Reihen. Dabei wird nicht bis zum Ende der Reihe gestrickt, sondern schon vorher gewendet, sodass nach und nach ein keilförmiger Abschnitt in der Mitte entsteht, der die Ferse rundet.
Konkret läuft das so ab: Man strickt bis zur Mitte der Fersenwand plus ein paar Maschen, wendet, strickt zurück bis zur Mitte minus ein paar Maschen, wendet wieder. Bei jeder Wende wird die letzte Masche vor der Wendestelle mit der benachbarten Masche zusammengestrickt, meist als rechte oder linke Doppelmasche. So verkleinert sich der mittlere Bereich Reihe für Reihe, bis am Ende alle Maschen der Fersenwand wieder aufgenommen sind und eine leicht gewölbte Ferse entstanden ist.
Diese Technik der kurzen Reihen ist kein Sonderfall der Socke: Genau dasselbe Prinzip taucht auf, wenn beim Daumenkeil stricken in einer Anleitung für Anfänger zusätzliche Maschen für den Daumen eingearbeitet werden, oder wenn Schulterschrägen bei einem Pullover geformt werden. Wer die Ferse beherrscht, hat also bereits eine vielseitige Grundtechnik gelernt.
Maschen aufnehmen und zum Fuß übergehen
Sobald das Fersenkäppchen fertig ist, müssen an beiden Seiten der Fersenwand neue Maschen aufgenommen werden, um wieder in der Runde weiterzuarbeiten. Dazu sticht man mit der rechten Nadel durch die abgehobenen Randmaschen am Rand der Fersenwand und strickt sie ab – daher lohnt sich das saubere Randmuster von vorhin besonders.
Nach dem Aufnehmen liegen kurzzeitig mehr Maschen auf der Nadel als am Anfang der Socke. Diese überzähligen Maschen werden in den folgenden Runden am Übergang zwischen Ferse und Spann Runde für Runde abgenommen, meist durch Zusammenstricken zweier Maschen an beiden Seiten, bis wieder die ursprüngliche Maschenzahl erreicht ist. Dieser Abschnitt heißt Fersenkeil und ist reine Übungssache: Nach ein bis zwei Socken sitzt der Rhythmus aus Stricken und Abnehmen von selbst.
Ab diesem Punkt wird wieder ganz normal in Runden weitergestrickt, bis die gewünschte Fußlänge erreicht ist und die Spitze folgt.
Wie die Ferse mit anderen Anfänger-Projekten zusammenhängt
Wer sich an die Ferse herantraut, sollte wissen, dass viele Grundtechniken beim Stricken von Accessoires wiederkehren, auch wenn die Projekte auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirken. Ein Loop-Schal stricken ist als Anleitung für Anfänger meist deutlich einfacher, da er komplett in glatten Runden ohne Abnahmen entsteht – ideal, um vor der ersten Ferse das Rundstricken selbst zu üben.
Handstulpen wiederum verbinden beide Welten: Sie werden wie ein kleiner Schlauch in Runden gestrickt, enthalten aber oft eine Daumenöffnung, die mit derselben Technik der ruhenden Maschen entsteht wie bei der Fersenwand. Wer hier schon geübt hat, tut sich an der Socke deutlich leichter.
Auch beim Pullover stricken begegnen Anfängern kurze Reihen wieder, etwa bei Schulterabschrägungen oder beim Formen des Ausschnitts. Die Ferse ist damit kein isoliertes Sonderthema, sondern eine kompakte Einführung in Techniken, die in vielen weiteren Strickprojekten wieder auftauchen. Ein Probestück in kontrastierender Wolle vor dem ersten richtigen Sockenpaar hilft, das Muster ohne Zeitdruck zu verinnerlichen.
Fazit
Die Ferse besteht im Kern aus zwei überschaubaren Schritten: einer Fersenwand in Reihen und einem Fersenkäppchen in kurzen Reihen, gefolgt vom Aufnehmen der Maschen für den Fuß. Wer diese Reihenfolge einmal in Ruhe nachvollzogen und am besten an einem Probestück geübt hat, wird feststellen, dass die vermeintlich schwierigste Stelle der Socke schnell zur Routine wird – und dass sich die dabei gelernte Technik in vielen weiteren Strickprojekten wiederfindet.
Über den Artikel
- Autor
- Sabine Neumann Autor bei taeglichinformiert.de
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- Stricken lernen